
Ethik und Moral in der Partnerschaft
Wir gehen davon aus, dass freie, ethisch motivierte Menschen in einer echten Partnerschaft zusammenfinden, die auf gegenseitiger Wertschätzung und Achtung, auf Gleichberechtigung und gegenseitigem Vertrauen gegründet ist. Alles andere ist eine fragwürdige Liaison und verdient die Bezeichnung „Partnerschaft“ nicht.
Offenheit ist in der Partnerschaft Grundvoraussetzung! Jede Verschlagenheit und jede Intrige untergräbt die Partnerschaft und führt über kurz oder lang zur Scheidung, d.h. zur Bankrotterklärung der eigenen Fähigkeit, sein Leben nach ethischen Maßstäben auszurichten.
„Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu“ – ein hohes ethisches Leitmotiv, die
GOLDENE REGEL, welche die meisten Kinder bereits im Kindergarten lernen, an die sich aber kaum ein Erwachsener mehr hält.
Mancher Zwiespalt, mancher Streit in Ehe und Partnerschaft tut sich auf, weil Menschen sich aneinander anlehnen und in einer dauernden Erwartungshaltung leben, was der andere für sie tun soll oder muss. Das ist Schmarotzertum und führt zu Frust und Streit! Im Körper führen Schmarotzer (also Parasiten) bekanntlich zu Krankheit. Was die Partnerschaft braucht, ist die Symbiose, in welcher jeder sein Bestes zum Wohle aller einbringt.
Jede Partnerschaft ist ein Energiefeld. Sie lebt von dem, was von jedem Beteiligten täglich eingebracht wird: Entweder ist es Verständnis, Wohlwollen, Güte, Respekt, Vertrauen, Aufmerksamkeit, Herzlichkeit, Achtung – oder aber Nörgelei, Eifersucht, Intoleranz, Abwertung, Vorwurfshaltung, Rechthaberei, Streitsucht.
Ironie und Zynismus sind ein weiteres Gift in jeder Partnerschaft. Beides hat nichts mit Humor zu tun, sondern ist das Ventil für unbewältigten und unverziehenen Frust mit seinem Partner.
Wer sich bemüht, in jeder partnerschaftlichen Schwierigkeit zunächst seinen eigenen Anteil zu suchen und sich hierbei um Wiedergutmachung bemüht, der wird feststellen, dass ganz schnell die „täglichen Probleme“ auf das zusammenschrumpfen was sie meistens sind: Bagatellen!
Aber „Wehret den Anfängen!“, denn das über Jahre und Jahrzehnte Aufgestaute kann zu schlimmen Auswüchsen mit schmerzlichen Folgen führen.
Eine weitere Gesetzmäßigkeit sollte auch nie außer Acht gelassen werden: Wir ziehen nur an, was unserem eigenen Magneten entspricht. Sind wir schonungslos ehrlich zu uns, dann wird uns auffallen, dass wir uns beim Anderen immer nur über uns selbst ärgern. Zum Beispiel wird ein von Herzen großzügiger Mensch, zwar einen Geizkragen erkennen aber diesen niemals abwerten oder ihn gar mit Worten angreifen. Er wird sogar in der Lage sein, mit den richtigen Worten den geizigen Menschen so anzusprechen, dass dieser seinen Geiz erkennt und sich vielleicht sogar vornimmt, sich zu ändern. Der Mensch, der sich über den Geizkragen ärgert und diesem dazu Vorwürfe macht, sollte bei sich selbst schauen, wo er noch geizt oder etwas mit anderen nicht teilen möchte.
Vorwürfe sind Kriegserklärungen. Bereitschaft zum Friedensgespräch bedeutet das Eingeständnis, dass auch ICH etwas an mir verändern kann und will! Dies ist Friedfertigkeit.
Wenn also alles, was auf mich zukommt von meinem eigenen Magneten angezogen wird, dann kann ich mich selbst am besten kennen lernen, wenn ich in meinem Tagesablauf auf das achte, was mich bewegt, was mich an anderen stört oder ärgert und worüber ich unruhig werde –
es ist mein Spiegel!