Alles ist ein Spiegel Wir sind ein Resonanzboden, auf welchem das erklingt, was seiner eigenen Schwingung entspricht.
Wenn wir vor einem Saiteninstrument, z.B. einem Violoncello, mit einer Klarinette den Ton G blasen, dann wird die G-Saite in Schwingung versetzt und von ihr erklingt das G. Die A-, die D- und die C-Saite des Cellos können mit dem Klarinettenton G nicht in Schwingung versetzt werden, da ihre physikalischen Gegebenheiten nicht dem Ton G entsprechen. Das ist logisch und eine physikalische Gesetzmäßigkeit.
Genauso ist es beim Menschen und seinen im Inneren verborgenen „Schwingungen“. Nur das vermag unsere Schwingungen anzuregen, oder eben „aufzuregen“, was ihnen entspricht nach dem Gesetz der Resonanz.
Wenn wir also etwas erleben, was uns in Zorn oder Aufwallung versetzt, dann müssen wir erkennen, dass ein äußerer Vorgang durch Resonanz etwas Ähnliches in uns angeregt hat. Wenn wir uns über unordentliche Menschen ärgern oder laute Worte über sie verlieren, dann hat ihre Unordnung in uns einen Punkt der eigenen Unordnung angeregt, und sei es nur der Punkt der unordentlichen Gedanken, sonst wäre diese Energie der Aufwallung nie freigesetzt worden. Der souveräne, ordentliche Mensch wird die Unordnung zwar erkennen und auch ruhig ansprechen, er wird sich aber niemals ereifern oder aggressiv werden, denn in ihm ist nichts Ähnliches angeklungen.
Daher ist alles, was uns erregt oder „auf die Palme“ bringt, unser eigener Spiegel. Das sind wir! Wir sind das, was uns unsere Ehepartner, unsere Kinder, unsere Angestellten, unsere Vorgesetzten, unsere Mitmenschen spiegeln. Und alles, womit wir unsere Mitmenschen beschimpfen und aufgebracht beschuldigen, sind die Projektionen unserer eigenen Fehler, Mängel und Schwächen.
Wer Mut hat, soll sich einmal genau beobachten, immer in den Fragen: Worüber genau rege ich mich auf? Was genau werfe ich dem anderen vor? Es genügt nicht zu sagen: Na ja, ich habe mich eben wieder einmal aufgeregt; ich bin eben ein schlechter Mensch! Es wäre auch falsch zu sagen: Ich werde in Zukunft sehr diszipliniert und ganz ruhig sein und mich nicht mehr über meine Mitmenschen aufregen. Sondern: Sieh mal an, wie ich mich aufgeregt habe; wo und wem gegenüber benehme ich mich genauso? Dann haben wir einen Ansatz gefunden, mit dem wir uns ändern können.
Denn ...
Die persönliche Ursachenforschung führt zur Selbsterkenntnis. Die Selbsterkenntnis führt zum Verständnis für unsere Mitmenschen, für Natur und Tiere. Das Verständnis für unsere Umwelt führt zum Verantwortungsbewusstsein für die Familie, für den Beruf, für die Kommune, für den Planeten – und daraus erwächst wahres Erdenbürgersein und globales Verantwortungsbewusstsein.
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