
In dem von John Robbins hervorragend recherchierten Buch „Ernährung für ein neues Jahrtausend“ ist zu lesen:
„Schweine bekommen heutzutage wiederverwertbaren Abfall verabreicht, der in den meisten Fällen hohe Rückstände von Medikamenten und giftigen Schwermetallen wie Arsen, Blei und Kupfer enthält. Oftmals gibt man den hilflosen Kreaturen einfach rohes Geflügel oder Schweinekot. … Doch selbst wenn das Futter, welches die Schweine in den heutigen Massentierhaltungsbetrieben bekommen, etwas zu wünschen übrig lässt, ist es noch immer geradezu lecker im Vergleich zu dem Wasser, das man ihnen zumutet. Manchmal fließt das einzige Wasser, das die Tiere erhalten aus einem Oxidationsgraben, der die Flüssigkeit aus den in der Fabrik stehenden Urin- und Kotbehältern zu den Tieren zurückführt. Sie müssen es trinken, weil es das einzige ‚Wasser’ ist, das man ihnen anbietet“!
Voller Stolz weisen die Tierzüchter auf ihre Zuchttiere, die in Rekordzeit ihr Schlachtgewicht erreicht haben und somit einen lukrativen Profit abwerfen, ohne aber einzugestehen, dass diese Tiere eigentlich völlig unnatürlich groß und dick geworden sind, im eigentlichen Sinne verfettet sind, was bei uns zivilisierten Menschen zwar auch allmählich als Normalzustand beobachtet werden kann, aber hier immerhin als
freiwillige krankhafte Entwicklung erkannt wird.
Ähnlich ist es bei der „Delikatesse“ Gänseleber. Sie wird dadurch gewonnen, dass eine Gans, und zwar keine „blöde“, mit einem Holzstock oder modernerweise mit einem hydraulischen Metallstempel zwangsgefüttert wird, so dass das arme Tier über Wochen hinweg derart schwer erkrankt, dass seine Leber völlig in Fettzellen umgewandelt wird, eine tödliche Krankheit beim Menschen – und natürlich auch bei der Gans; aber sie wäre ja bei der Entnahme der „kostbaren“ Leber sowieso geschlachtet worden … „Foie gras“, nennt sich diese Delikatesse in der französischen Gourmetsprache, aber es bedeutet „Fettleber“ – unappetitlich, nicht wahr?
Warum wollen wir nicht einsehen, dass Tiere in Schlachthäusern in Schlange stehen oder hängen müssen, um mit anzusehen und anzuhören, wie ihre Artgenossen bei lebendigem Leibe, meist mit wirkungsloser Betäubung, aufgeschlitzt werden – unter markzerreißendem Todesgebrüll?

Schlachthof - die schockierende Geschichte über Gefräßigkeit, Gewissenlosigkeit und Unmenschlichkeit
An dieser Stelle muss die amerikanische Journalistin und Schriftstellerin
Gail Eisnitz erwähnt werden. Ihr wurde im Jahre 2004 für die außergewöhnlichen Bemühungen und ihre journalistische Leistung auf dem Gebiet des ethischen Umgangs mit den Tieren die „Albert Schweitzer Medaille“ zugesprochen. In der Begründung wird gesagt, dass ihre Jahrzehntelangen Nachforschungen entsetzliche Grausamkeiten gegenüber den Tieren in den Schlachthöfen aufgedeckt hätten, die anschließend auch vom GAO (Government Accounting Office) der Amerikanischen Regierung bestätigt wurden.
Nichts hilft uns Menschen mehr, unser eigenes Verhalten zu ändern, als wenn wir erfahren, dass wir selbst wieder ertragen müssen, was wir anderen Geschöpfen und auch der Natur antun, denn der Respekt und die Angst vor dem eigenen Schmerz und Leid ist der beste Helfer in der Entscheidungsfindung für unser Verhalten. Der Ausspruch „Aug um Auge, Zahn um Zahn“ ist nicht und war nie ein Gebot Gottes, sondern eine Warnung vor dem Gesetz der Gerechtigkeit, dem unumstößlichen Gesetz von Saat und Ernte, welches besagt, dass alle Wirkungen einer Tat, eines Gedankens, ja sogar einer Empfindung wieder den Weg zurück zum Urheber finden!
Lieber WEB-Besucher, Sie werden es nicht für möglich halten, was in diesem zurzeit leider erst in Englischer Sprache erhältlichen Buch
Slaughterhouse (Schlachthof) von Gail Eisnitz beschrieben wird. Die Realität ist so erschütternd schlimm, dass die meisten von uns sich mit der bestialischsten Fantasie keine Vorstellung über die Grausamkeiten machen können, die den Tieren im Namen der angeblich notwendigen Ernährung zugefügt werden, wider besseres Wissen und mit Deckung und Vertuschung von Fleischlobbyisten und Politikern.
Jeder Mensch sollte Bescheid wissen über die Wahrheit „zivilisierter“ Fleischproduktion und sich dann eine eigene Meinung über sein weiteres Verhalten bilden.Ist das Aufzeigen solcher Tatsachen wirklich unethisch, weil es unsere schwachen Nerven zu sehr belastet? Ist es für das Gemüt und die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen ethisch nicht zu verantworten, wenn wir aufklären, was wir Erwachsenen tagtäglich mit den Geschöpfen Gottes vollziehen? Oder sollten wir einmal beginnen, ein wenig an unserem eigenen Gewissen zu forschen und an unserem eigenen Charakter zu arbeiten, bevor wir das zarte Gemüt unserer Jugend vorschieben?
Warum glauben wir als intelligente Menschen, dass die Jagd eine notwendige Maßnahme zur Ausbalancierung von Tierpopulationen ist und dass mit der Jagd Schäden in Feld und Wald – die angeblich durch Tiere verursacht sein sollen – verhindert werden könnten? Hat sich die Natur nicht Jahrmillionen hervorragend reguliert? Und ist sie nicht erst in Turbulenz geraten, seit der Homo sapiens sein Unwesen in ihr treibt? Was maßt sich der Mensch die Stellung des Verbesserers der Schöpfung an und kann doch nicht einmal in seinen eigenen vier Wänden Ordnung halten und mit seiner eigenen Spezies in Frieden leben!
Warum wollen wir partout nicht einsehen, dass die Jagd auf wehrlose Tiere Ausdruck der Mordlust und der maßlosen Überheblichkeit der Menschen über die Tiere ist, Menschen, die einfach nicht erkennen wollen, dass durch ihr mörderisches Tun ganze Tierfamilien zerschossen werden, Tierkinder zu Waisen werden, Tiere grausam verstümmelt werden und die Menschen damit größeres Leid und Elend über ihre Mitgeschöpfe bringen, als sie sich mit den schlimmsten Krankheiten vorzustellen vermögen?
Wenn wir wissen wollen, wer wir sind und wohin unsere Reise geht, dann müssen wir endlich einmal mutig in den Spiegel schauen! – Wir tun dies, wenn wir uns für ein Bewerbungsgespräch vorbereiten. Wir tun es auch, wenn wir uns fürs Theater oder das Konzert bereit machen, wenn wir Freunde eingeladen haben oder wenn wir mit unseren Herzpartnern verabredet sind. – Ebenso blicken wir in den Spiegel unserer Arbeit. Wir betrachten das Werkstück, das wir gefertigt haben. Wir lesen den Brief, den wir versenden wollen. Wir analysieren das Video unserer sportlichen Leistung: Wie waren wir? Haben wir unsere Sache gut gemacht? Was müssen wir verbessern?
Warum betrachten wir nicht alle – sowohl jeder einzelne für sich als auch in der Gemeinschaft und mit unseren Kindern – die Auswirkungen unserer Handlungen mit und an der Schöpfung? Haben wir tatsächlich nicht den Mut oder die Nerven, anzusehen, was wir verursachen? Was sind wir doch für Feiglinge!
Und warum tun wir dann all die Dinge, bei deren Anblick uns schlecht wird und wir uns abwenden müssen? Warum ertragen wir nicht, die Folgen unserer Handlungen anzusehen? Haben wir Angst davor, über uns selbst weinen zu müssen?
Und dann kommen – voller Heuchelei und Verlogenheit – doch tatsächlich noch die Hüter von Ethik und Moral der kirchlichen Institutionen und der öffentlich rechtlichen Medienanstalten und erklären eine ehrliche und ungeschminkte Berichterstattung für geschmacklos, unzumutbar und ethisch fragwürdig, sind sich aber nicht zu schade, die blutige Wahrheit unter den Tisch zu kehren und den himmelschreienden Frevel schamlos auszublenden.
Glauben wir tatsächlich, uns freisprechen zu können, weil wir die „Drecksarbeit“ des Tötens von einem Mitmenschen ausführen lassen und unsere „Hände in Unschuld waschen“?
Glauben wir wirklich, dass im „organisierten Verbrechen“ das Oberhaupt, das den Auftrag zum Mord gibt, schuldfrei ist, nur weil es selbst die Tat nicht verübt hat oder man sie ihm nicht nachweisen kann?
Überlegen wir uns doch all dies, wenn wir an der Fleischtheke das nächste Mal das fein säuberlich abgepackte Steak, den Braten, das Hähnchen, den Lachs etc. abholen:
Alles, was von uns in Gefühlen, Gedanken und Taten ausgeht – kommt wieder auf uns zurück!
„Mir wird angst und bange um die Menschheit,
wenn ich mir vorstelle, dass Gott gerecht ist“
Thomas Jefferson, 3. Präsident der USA (1801-1809)